Feilschen

Was bei uns beim Einkaufen noch eher peinlich ist, gehört in vielen anderen Ländern einfach dazu: Die Rede ist vom Handeln oder auch Feilschen beim Einkauf. Während in Deutschland im Supermarkt das Handeln nur bei abgelaufenen Waren oder bei wertgeminderten Waren akzeptiert wird und sich auf elektrische Großgeräte beschränkt, steht es in Afrika häufig an der Tagesordnung, dass um Preise gefeilscht wird.

Nicht selten sind in Botsuana zum Beispiel auf Märkten die Preise bereits so kalkuliert, dass Feilschen geradezu notwendig ist, um einen günstigen Einkauf zu ermöglichen. Sowohl Obst und Gemüse, Fleisch als auch die Gegenstände des Kunsthandwerks wie Korbwaren, Schmuck oder Holzwaren können hier durch Feilschen im Preis reduziert werden.

Für Reisende gilt natürlich immer, dass ihnen vor allem dann, wenn sie aus reicheren Kontinenten stammen unterstellt wird, dass bei ihnen Reichtum vorherrscht. Wer sich auf Einkaufstour in Botsuana begibt, kann, muss natürlich nicht, mit deutlich erhöhten Touristenpreisen rechnen. Gerade hier zeigt es sich dann, dass gutes Feilschen beim Händler Respekt verschafft und die Preise sich durch konsequenten Handel deutlich reduzieren. Beim nächsten Einkauf ist dies bereits bekannt und der Händler zeigt sich gleich zu Anfang schon verhandlungsbereit.

Beim Einkauf in Botsuana gilt also: keine falsche Scham, wenn es ums Feilschen geht. Wer nicht unverschämt auftritt und moderate Angebote macht, ist ein akzeptierter Verhandlungspartner und ehrlich gesagt irgendwie macht es uns Mitteleuropäern ja dann irgendwann auch schon ein wenig Spaß, Schnäppchen durch Feilschen erzielt zu haben.